Exil unter Palmen

 

ist der Titel des Buches, das Frau Dr. Magali Nieradka-Steiner am 18.09.2019 in der Gemeindebücherei vorstellte. 

 

Der 1. Vorsitzende des Freundeskreises, Herr Joachim Gerhard, begrüßte zunächst die Schriftstellerin, Frau Nieradka-Steiner und das Publikum. Er drückte seine Freude aus, dass es ihm gelungen war, die Autorin für die Veranstaltungsreihe „Kultur am Mittwoch“ zu gewinnen.

 

Frau Nieradka-Steiner ist Deutsch-Französin und hat einige Jahre in Sanary-sur-Mer gelebt und dort für ihr Buch recherchiert. Das malerische Fischerdorf Sanary-sur-Mer, bei Toulon gelegen, wurde zum Fluchtpunkt deutscher Intellektueller. Es waren vor allem Schriftsteller wie Ernst Troller, Bert Brecht, Lion Feuchtwanger und Thomas Mann, die sich dort trafen. Alle waren durch die bedrohliche Situation in Deutschland ab 1933 gezwungen, ins Exil zu gehen. In Sanary gibt es eine Gedenktafel mit 68 Namen deutscher Exilanten. Die wohlhabenderen Künstler konnten den Ärmeren helfen. 1933 kam die Familie Mann nach Sanary. Thomas Mann veränderte sich in dieser angenehmen Umgebung. Er wurde entspannter und arbeitete sehr gern in seiner „Villa La Tranquille“. Lion Feuchtwanger lebte ebenfalls 1933 in Sanary. Seine „Villa Valmer“ wurde zum Mittelpunkt und Treffpunkt der Intelligenz. Andere Dichter, wie zum Beispiel Hermann Kesten, die sich keine Villa leisten konnten, schrieben im Café. So waren natürlich auch die Cafés Treffpunkte für alle Entwurzelten.

Bei Ausbruch des Krieges war es mit der Idylle im Fischerdorf vorbei. Die deutschen Exilanten waren von nun an feindliche Ausländer. Wer nicht rechtzeitig emigrierte, wurde deportiert, interniert und ermordet. Das Buch erzählt sowohl die universale Katastrophe als auch individuelle Schicksale. So wurde zum Beispiel Lion Feuchtwanger aus dem Lager Les Milles befreit durch die Amerikaner. Diese hatten zufällig durch ein Foto den in Amerika viel gelesenen und berühmten Dichter im Lager entdeckt und in einer Nacht- und-Nebelaktion nach Amerika „entführt“. Wenige der Verfolgten blieben in Sanary, viele trafen sich in Los Angeles wieder. So wurde Hollywood zu einem gigantischen Sanary.

 

Am Ende dieser lebendigen, mit Fotos versehenen Lesung empfiehlt Frau Nieradka-Steiner allen an dieser Geschichte Interessierten, das Buch „Mein Weg über die Pyrenäen“ zu lesen. Das Publikum bedankte sich mit Applaus und stellte noch einige Fragen zum Buch und seiner Geschichte.

Herr Gerhard bedankte sich bei der Autorin mit warmen Worten und einem Herbstblumenstrauß aus seinem eigenen Garten.

 

Gaby Hamers

 

 

Ferienprogramm am Montag, 29.07.2019

 

Gleich zu Beginn der Sommerferien fand die erste Veranstaltung im Rahmen des Ferienprogramms der „Freunde der Gemeindebücherei Nußloch“ statt: „Rund um die Ferien: Lustige Geschichten und dein eigenes Ferienbuch“ lautete das Thema des Vormittags. Zum Warmwerden gab es ein lustiges Quiz zu Buchhelden, dann ging es je nach Alter in die Vorlesegruppen. Die Vorleserinnen hatten Geschichten vorbereitet, die sehr gut bei den Kindern ankamen und auf die Ferien einstimmten.

Foto: Gemeindebücherei     Im Dachgeschoss wurde danach fleißig gefaltet, geschnitten und geklebt, und so entstanden tolle kleine Blankobücher, in die die Kinder ihre Ferienerlebnisse malen oder schreiben können. Selbst eine kleine Tasche für Eintrittskarten oder andere Erinnerungen ist im Büchlein vorhanden. Mit „Schöne Ferien“ verabschiedete man sich, denn die nächste Vorlesestunde findet nach Schulbeginn am 17. September 2019 wie gewohnt um 16.00 Uhr statt.

 

Ferienprogramm am Mittwoch, 04.09.2019

 

Merkwürdiges Treiben in der Gemeindebücherei

 

Hühner fallen mit „Kikeribumm!“ von der Stange und Fledermäuse werden durch die „Burg Flatterstein“ katapultiert! Pinguine liefern sich eiskalte Verfolgungsjagden mit dem Hausmeister in der Schule und „Spinderella“ wird auf Ameisenjagd durch ein dichtes Blätterdach abgeseilt! Schildkröten kämpfen sich durch knifflige Wellen und ein Rabe wird im „Obstgarten“ an einem dreisten Kirschendiebstahl gehindert! In „Sagaland“ sind verborgene Schätze zu beschaffen und auf der „Geistertreppe“ verschwinden Spielfiguren unter Gespenstern!

 

Überhaupt nicht merkwürdig fanden das die TeilnehmerInnen bei diesem Kinderferienprogramm in der Bücherei. 23 Kinder nutzten die Gelegenheit, bekannte Spiele mit neuen MitspielerInnen oder unbekannte Spiele mit fach- und regelkundiger Begleitung durch die Freunde der Gemeindebücherei auszuprobieren.

Wir bedanken uns bei den Kindern für den angenehmen und tollen Spielevormittag.

 

Wer Lust bekommen hat, auch wieder einmal zu spielen, kann das Angebot der Bücherei nutzen: Pro Leseausweis kann ein Spiel für

14 Tage ausgeliehen werden.                                                                                                                                                                                                                Beide Bilder: Gemeindebücherei

Kultur am Mittwoch - Vortrag am 15.05.2019:
Lawrence von Arabien - Freiheitsheld oder Verräter?


Warum wurde aus Thomas Edward Lawrence, geboren im Jahr 1899 als eines von fünf unehelichen Kindern eines Kindermädchens und ihrem früheren Arbeitgeber, der legendären Lawrence von Arabien obwohl es zu jener Zeit an gleicher Stelle noch etliche andere, schillerndere oder einflussreichere Protagonisten gab? Dieser Frage gingen Referent Hagen Schmid und seine sehr interessierten Zuhörer

bei der Veranstaltungsreihe „Kultur am Mittwoch“ in der Gemeindebücherei Nußloch in einem kurzweiligen Vortrag nach.                                             Foto: Gemeindebücherei

 

Auf arabischer Seite führten Huseyin Ibn Ali, Großscherif von Mekka und seine Söhne – gefördert durch das britische Versprechen eines Großarabischen Reiches – einen Aufstand gegen das osmanische Reich an, welches zur damaligen Zeit die Vorherrschaft über die Arabische Halbinsel hatte. Ein weiterer britischer Verbündeter war Abdulaziz Ibn Saud in Zentralarabien, dem ebenfalls ein unabhängiges Reich in Aussicht gestellt wurde. Die Briten ihrerseits wollten ihren Einfluss in der Region stärken u.a. im Hinblick auf die erwarteten Ölvorkommen.

 

Auf britischer Seite war mit Gertrude Bell eine vielseitige, emanzipierte Frau am Werk. Sie bereiste unter anderem als Archäologin den Nahen Osten, sprach viele Sprachen sowie Dialekte, kannte die Mentalität arabischer Stämme sehr gut und war nach Ende des I. Weltkrieges als sog. „Orientsekretärin“ und unter anderem beratend bei der Grenzziehung in den von den Briten besetzten Gebieten tätig. Sie beriet Thomas Edward Lawrence sowie Harry St. John Philby bei ihrer Spionagetätigkeit für den britischen Geheimdienst.

 

Letzterer beriet Abdulaziz Ibn Saud während des Aufstandes, vertrat dessen Interessen in Großbritannien und baute ein Handelsimperium auf.

 

Das Osmanische Reich erhielt Unterstützung von deutscher und von österreichischer Seite. Alois Musil alias Sheik Musal, gebürtiger Österreicher, sprach 28 verschiedene Dialekte und hielt während des I. Weltkrieges große Stämme im Norden von Arabien vom Kampf gegen die Türken ab. Der deutsche Diplomat Wilhelm Waßmuß (Lawrence von Persien) sowie der Bankierssohn, Diplomat und Archäologe Max von Oppenheim, der aufgrund seines Wirkens den Beinamen Abu Djihad erhielt, waren ebenfalls während des I. Weltkrieges im Kampf gegen die Briten beratend tätig.

 

Warum also rankt der Mythos alleine um E.T. Lawrence? Er sammelte während archäologischer Ausgrabungen umfangreiche Kenntnisse in der arabischen Sprache und im Umgang mit den einheimischen Arbeitern, d.h. den „einfachen“ Leuten. 1916 erhielt er den Auftrag, die Hedjaz-Bahn zu erkunden und die arabische Revolte gegen die Türken weiter anzufachen. Das britische Militär wendete erhebliche finanzielle Mittel auf, die auch dazu eingesetzt wurden, Beduinenstämme als Mitstreiter zu gewinnen.

 

Die Hedjaz-Bahn, eine Zugverbindung, welche über 1.350 km von Damaskus nach Medina führte, wurde 1908 in Betrieb genommen. Die Strecke führt durch unwegsames Gelände und wurde im Auftrag des türkischen Sultans errichtet. Der Bau lag in der Hand vor allem deutscher Ingenieure, und auch bei den noch vorhandenen Gleisanlagen und Lokomotiven finden sich Namen deutscher Hersteller.

 

Hagen Schmid bereiste die heute noch in Betrieb befindlichen Teilstrecken – insgesamt 300 bis 400 km – bereits drei Mal und hatte den Besuchern der Bücherei einige seiner Fotos von diesen Reisen mitgebracht: Lokomotiven, die seit Sprengungen in der arabischen Revolte neben der Strecke liegen, verlassene Bahnhöfe die wie Festungen anmuten, Brücken über ausgetrocknete Flusstäler (Wadis) und Luftbilder vom Streckenverlauf.

 

Die bis zur Fertigstellung der Bahn 40 Tage dauernde Pilgerroute nach Mekka per Kamel wurde auf wenige Tage verkürzt, aus diesem Grund spendeten Muslime aus der ganzen Welt für den Bau der Bahn. Die in der Region lebenden Beduinenstämme fürchteten dagegen um ihre Einnahmequellen (aus Überfällen auf die Pilgerkarawanen) sowie um den Erhalt der Wasserlöcher; letztere waren durch den enormen Wasserverbrauch der Dampflokomotiven gefährdet.

 

Mit den für den Aufstand gewonnenen Beduinenstämmen waren strategisch organisierte Angriffe nicht möglich. Lawrence, der selbst wenig Militärerfahrung hatte, wandte daher Taktiken des Guerillakrieges an, welche sich insbesondere gegen die Hedjaz-Bahn richteten. Die Hafenstadt Akaba nahm der Stamm der Howeitat unter der Führung von Auda Abu Tayi und Lawrence (vom türkischen Militär unerwartet) von der unwegsamen Landseite her ein. Der Umgang der Beduinen mit den Besiegten – maximale Beute, keine Gefangenen – entsprach nicht dem Kriegsrecht; eine Änderung der Machtverhältnisse lag nicht im Interesse der auch zuvor schon unabhängig agierenden Nomadenstämme.

 

Im Oktober 1918 nahm Emir Faisal, Sohn von Huseyin Ibn Ali, auf Anraten von Lawrence Damaskus noch vor dem britischen Militär ein und versuchte mit der Bildung einer provisorischen arabischen Regierung Fakten zu schaffen.

 

Nach Kriegsende war Lawrence als Dolmetscher bei der Friedenskonferenz in Paris (1919) und versuchte auch dort die Interessen Faisals zu vertreten. Dieser willigte unter der Bedingung eines unabhängigen arabischen Staates in das Faisal-Weizmann-Abkommen ein. Die britische Regierung sah sich jedoch an keine der mit den Arabern getroffenen Vereinbarungen gebunden – einer der Gründe für den Nahostkonflikt.

 

Den wohl größten Anteil an dem Mythos des Lawrence von Arabien hatte der amerikanischer Filmemacher Lowell Thomas. Der Beitritt der USA zum ersten Weltkrieg war in der US-amerikanischen Bevölkerung wenig populär und Thomas wurde damit beauftragt, Filme von der Front zu erstellen, die das ändern sollten. Die nach Kriegsende gezeigten Filme, umrahmt von orientalisch gekleideten Tänzerinnen und mit Musikbegleitung, waren Kassenschlager – zunächst in Großbritannien, dann auch in USA und Australien.

 

Lawrence trieben widerstreitende Gefühle hinsichtlich der Vermarktung seiner Geschichte um. Einerseits wollte er die Aufführung der Filme untersagen, andererseits posierte er für Werbefotos. Er selbst verfasste über den arabischen Aufstand das Werk „Die sieben Säulen der Weisheit“; sein einziges Manuskript ging bei einer Zugreise verloren, Lawrence schrieb deshalb eine weitere Fassung aus dem Gedächtnis. Inwieweit diese Fassung die tatsächlichen Geschehnisse wiedergibt ist unklar.

Der auf dem Buch basierende und mit sieben Oscars prämierte Film aus dem Jahr 1962 mit Peter O'Toole als Lawrence von Arabien wurde schließlich zum Klassiker.

 

Spätere Versuche von Lawrence, mit Huseyin Ibn Ali Kontakt aufzunehmen, blieben erfolglos, er galt als Verräter an den arabischen Unabhängigkeitsbestrebungen, da ihm die widersprüchlichen britischen Zusagen bekannt waren. Er starb 1935 an den Folgen eines Motorradunfalls.

 

Ute Moser

Bericht der Mitgliederversammlung der „Freunde der Gemeindebücherei Nußloch e.V.“ im März 2019

 

Die jährliche Mitgliederversammlung fand am 25. März in der Bücherei statt. Der Besuch war nicht sehr zahlreich, was zwei Gründe haben könnte. Es waren Neuwahlen angekündigt, da bleibt manch einer lieber zuhause, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, gewählt zu werden. Aber tatsächlich war der Grund wohl eher der, dass die Einladung dieses Jahr erstmals nur in der RaRu veröffentlicht war. Der Vorstand fand die schriftlichen Einladungen nicht mehr zeitgemäß (Papierverbrauch und Portogebühren). Allerdings muss in Zukunft vielleicht eine persönliche Einladung per E-Mail erfolgen.

 

Der Vorsitzende des Freundeskreises, Herr Gerhard, begrüßte alle Anwesenden und stellte die ordnungsgemäße Ladung und die Beschlussfähigkeit fest. Er bedankte sich bei seinen Vorstandskolleginnen Silvia Elisabeth Redeker, mit der er sehr gut zusammengearbeitet hatte und lobte die Kompetenz von Schriftführerin Sabine Kinzinger, die sich auch um die Homepage der Bücherei gekümmert hatte. Herr Gerhard teilte den Anwesenden mit, dass das vergangene Jahr ein Rekord-Spendenergebnis gebracht hatte. Um diese Tatsache öffentlich sichtbar zu machen, gab es auf Initiative von Büchereileiterin Jutta Baust eine Veranstaltung im Rathaus, bei der ein Scheck überreicht wurde und die Presse darüber berichtete. Die größten Spender waren unser Ehrenvorsitzende Herr Dosch, Frau Dyllong und Herr Degreif. Ein besonderer Dank ging an sie, sie waren auch alle anwesend.

 

Herr Gerhard erwähnte, dass die Musiker von Cool Breeze eine Pause einlegen, was ihre Auftritte in Nußloch betrifft. Herr Gerhard würde gerne eine neue Reihe  installieren: Kultur am Mittwoch. Er selbst bestritt schon zwei gut besuchte Abende mit Vorträgen über Rudi Baerwind und über Thomas Mann.

 

Die 2.Vorsitzende Silvia Redeker berichtete über das  Lesepaten-Projekt in der Lindenschule. Es sei sehr erfolgreich und auch sehr notwendig und mit großer Dankbarkeit seitens des Lehrerkollegiums und der Rektorin angenommen.

 

Frau Jutta Kempf berichtete als Organisatorin des Lesepaten-Projektes in der Schillerschule. Das hatte ein paar Jahre pausiert, ist nun aber wieder erfolgreich angelaufen. Beide Lesepaten-Projekte könnten mehr personelle Unterstützung gebrauchen.

 

Für die Gruppe der Vorleser*innen berichtete Christiane Köken: Nach wie vor findet in der Schulzeit jeden Dienstag um 16 Uhr die beliebte Vorlesestunde in zwei Altersgruppen statt. Wenn die Kinder 10 mal anwesend waren, bekommen sie als Geschenk eine kleine Nussi-Lesemaus. Es lesen momentan 13 Vorleserinnen und ein Vorleser. Als zusätzliches Angebot will man zwischen den Oster- und Sommerferien eine monatliche Samstag-Vorlesestunde testen, in der auch Brettspiele der Bücherei gespielt  werden. Christiane Köken berichtete von weiteren Aktionen  der Vorleser*innen wie  einer besonderen Vorlesestunde zum Internationalen Kinderbuchtag, dem Ferienprogramm, dem Märchenzelt und der Adventsfenster-Öffnung.

 

In den Osterferien wird es am Dienstag den 16.04.2019 von 15 bis 18 Uhr einen Spielenachmittag für Kinder und Familien in der Bücherei geben.

 

Frau Jutta Schoppengerd berichtete vom Märchenzelt. Es sei inzwischen ein Selbstläufer, man brauche nicht mehr viel Werbung zu machen. Das Highlight in diesem Jahr war, dass die Kinder schon vor Beginn am  Zelt auf die Öffnung warteten.

 

Büchereileiterin Jutta Baust hatte nun das Wort. Sie erzählte von der Lesenacht, die mit dem Titel „Monster in der Bücherei“ stattfand. Die Vorleserinnen kümmerten sich um 22 Kinder, alle fanden es supertoll! Frau Baust berichtete weiterhin, dass es einen Vorlesewettbewerb in der Lindenschule gegeben hat, bei dem Frau Baust und einige Vorleserinnen in der Jury saßen.

 

Diplombibliothekarin Jutta Baust erklärte nun, wie das Spendengeld von 15000 € angelegt wurde. Es wurden 120 Spiele angeschafft, die sehr gut ankamen und ständig in der Ausleihe sind. Dann wurde der Buchbestand ausgemistet. Vor allem Sachbücher, auch im Kinder- und Jugendbuchbereich, mussten aktualisiert werden. Die Bestandsrevision geht weiter.

Reiseführer werden viel genutzt, veralten aber sehr schnell. Bei  Oster-, Frühlings- und Bastelbücher gibt es viel Neues. Für den Leseraum wurden bequeme Drehsessel angeschafft, die Kinderbuchecke wird modernisiert.

 

Personell gab es in der Bücherei Veränderungen. Nach dem Weggang von Frau Choulhod  ist Frau Gesche Hagmann an der Seite von Frau Baust und seit dem 1. Februar 2019 Büchereifachangestellte Frau Carmen Certa.

 

Frau Baust wird ihren Bericht am 10. April 2019 vor dem Gemeinderat vortragen. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen, zuzuhören.

 

Den Bericht des Schatzmeisters übernahm der 1.Vorsitzende Joachim Gerhard. Er sagte, dass die Zusammenarbeit mit Herrn Schmidthals, auch in dessen berufsbedingter Abwesenheit, sehr gut funktioniere.

 

Den Bericht der Kassenprüfer trug Frau Christiane Köken vor. Alles war zur Zufriedenheit der Kassenprüfer.

 

Die Entlastung des Vorstandes (natürlich einstimmig) nahm der Ehrenvorsitzende Herr Dosch vor. Danach standen die Neuwahlen an. Da die bisherige Stellvertreterin Silvia Redecker das Amt abgeben wollte, stellte sich Frau Jutta Schoppengerd zur Verfügung und wurde einstimmig gewählt.

 

Somit besteht der neue Vorstand aus dem 1. Vorsitzenden Joachim Gerhard, 2. Vorsitzende Jutta Schoppengerd, Schatzmeister Arne Schmidthals, Schriftführerin Sabine Kinzinger. Zu Kassenprüfern wurden wieder Christiane Köken und Jochen Hamers gewählt.

 

Da die anwesenden Mitglieder keine Fragen mehr hatten, konnten alle den Heimweg antreten in der Gewissheit, dass auch in Zukunft alles gut weitergehen wird.

 

Gaby Hamers

 

Unterwegs im Baltikum - Ein Besuch bei Thomas Mann

 

Der 1. Vorsitzende der Freunde der Bücherei, Joachim Gerhard, hatte am 31.01.2019 eingeladen zu einem Vortrag über eine Reise durch das Baltikum und zu einem Besuch bei Thomas Mann.

Herr Gerhard begrüßte die zahlreichen Gäste. Er warb zunächst für sein Anliegen, ab und zu einen Vortrag oder eine andere kulturelle Veranstaltung in der Gemeindebücherei anzubieten. Wer sich dazu berufen fühle, möge ihn ansprechen. Vor allem im Hinblick darauf, dass Dieter Degreif seine Vortragstätigkeit nur noch begrenzt anbietet, wäre es schön, wenn daneben etwas Neues angeboten werden könnte.

 

 Nachdem Herr Gerhard im April 2018 mit seiner Frau eine Reise ins Baltikum unternommen hatte, kam er begeistert zurück und wollte andere an seiner Begeisterung teilhaben lassen. Herr Gerhard entführte das Publikum zunächst nach Vilnius, der Hauptstadt Litauens. Dort gibt es sowohl schöne gotische Kirchen als auch moderne Bürotürme und Plattenbauten. Zu den Erzählungen gab es natürlich immer tolle Fotos zu sehen. Zum Beispiel von der absolut sehenswerten Wasserburg in Trakai. Die älteste Stadt Litauens, Klaipeda stand auch auf dem Programm. Die schöne Altstadt, am Hafen gelegen, sowie das Ännchen von Tharau - Denkmal vor dem Rathaus - waren weitere Besichtigungspunkte. Die lettische Hauptstadt Riga glänzt mit dem Dom und einem Jugendstil-Viertel mit wunderschönen Häuserfassaden. In Estland lockt dann Tallinn, an der Ostsee gelegen, als kulturelles Zentrum des Landes. Sehenswert sind unter anderem das Schloss Katharinental und die Alexander-Newski-Kathedrale.

 

Den Bogen zu Thomas Mann zu schlagen, war für Herrn Gerhard nicht schwierig. Das Sommerhaus der Familie Mann steht in Nida auf der Kurischen Nehrung. Daher beleuchtete er nun eine kurze Episode im Leben des Nobelpreisträgers Thomas Mann. Bei einem Aufenthalt im Künstlerdorf Nidden (heute Nida) im Sommer 1929 waren Thomas und Katja Mann so begeistert von der Dünenlandschaft zwischen Ostsee und Kurischem Haff, dass sie sich innerhalb von drei Tagen dazu entschlossen, dort ein Ferienhaus bauen zu lassen. Hier verbrachte die Familie mehrere Sommer, bis der Nationalsozialismus über die deutsch-litauische Grenze hinweg auch diesen Teil der Nehrung erreichte. Thomas Mann ging daraufhin ins Exil nach Sanary sur mer, nicht ahnend, dass er nie mehr nach Nidden zurückkehren würde. Später bezeichnete Thomas Mann die Zeit in Sanary als glücklichste Etappe seines Exils. Herr Gerhard erzählte den Zuhörern vieles über die politischen Zustände der damaligen Zeit und wie sie sich auf das Leben und Schaffen von Thomas Mann ausgewirkt hatten. Sehr unterhaltsam waren die Fotos der Familie Mann und die Geschichten aus dem Leben des Nobelpreisträgers und seiner insgesamt sehr selbstbewussten Familie. Das Sommerhaus der Manns wurde originalgetreu restauriert und dient heute als Thomas-Mann-Kulturzentrum.

 

Herr Gerhard beendete seinen Vortrag, dankte den Besuchern und lud alle zu einem Glas Sekt oder Selters ins Foyer ein. Er erwähnte, dass alle Spenden der Gemeindebücherei zu Gute kämen. Das Publikum bewies seine Begeisterung durch einen kräftigen Applaus. Am Ende des lebendigen Vortrags ging es vielen Zuhörern so: Man hätte gerne noch mehr über das Baltikum gesehen und gehört, gleichzeitig auch noch viel mehr über Thomas Mann wissen wollen. Aber für den einen Abend war es nun genug, wir freuen uns auf den nächsten Vortrag!

 

Gaby Hamers

 

 

60 brandneue Reiseführer stehen zur Ausleihe bereit!

 

Von Athen über Kroatien bis Venedig, alle beliebten Reiseziele sind unter den 60 neuen Reiseführern, die ab sofort ausgeliehen werden können. Finanziert wurde die Bestands-auffrischung von den "Freunden der Gemeindebücherei Nußloch e. V." die bei einem Durchschnittspreis von € 15 pro Band dafür fast 900 Euro zur Verfügung gestellt haben.

 

Herzlichen Dank!

 

 

 

Bericht der Mitgliederversammlung am 19.03.2018

 

Der 1. Vorsitzende Joachim Gerhard begrüßte die Anwesenden, insbesondere die Mitglieder des Vorstands und des ehemaligen Vorstands, den Ehrenvorsitzenden Alfred Dosch und Ehrenmitglied Eberhard Ruhm.

 

2017 hat der Verein der Gemeindebücherei insgesamt 11.671,04 EUR zugewandt, womit 927 Bücher und andere Medien beschafft werden konnten. Herr Gerhard dankte den Mitgliedern, allen Partnern sowie den Spendern, die die Förderung der Bücherei in diesem Umfang ermöglicht haben. Insbesondere erwähnte er die Spendenaktion von Herrn Dosch anlässlich seines 80. Geburtstags, durch die dem Verein insgesamt 3.500 EUR zuflossen, außerdem Frau Dyllong, die uns seit Jahren großzügig unterstützt. Auch Ehrenmitglied Dieter Degreif ließ dem Verein im vergangenen Jahr wieder eine größere Spende zukommen.

 

Der 1. Vorsitzende gab einen kurzen Rückblick auf die Veranstaltungen der Jubiläumswoche. Alle fanden großen Anklang und waren gut besucht. Das Kindertheater TamBambura, die besondere Vorlesestunde, der große Jubiläumsabend mit den Nachtigallen, der Anschnitt der Geburtstagstorte „10 Jahre Nussi“ sowie die Vorlesezeit für „Minimäuse“ von 3 - 4 Jahren. Während der Jubiläumswoche wurden, unter anderem am Stand des Vereins, insgesamt 17 neue Mitglieder gewonnen, unter denen fünf Büchergutscheine verlost wurden. Auch in der Presse haben die Veranstaltungen ein gutes Echo gefunden.

 

Nicht zuletzt durch die Aktion in der Jubiläumswoche konnte die Mitgliederzahl von 231 auf 250 gesteigert werden, darunter sind inzwischen 19 Partnerbetriebe. Dem Partnerprogramm sind zuletzt die Nußlocher Unternehmen Schreinerei Gentner und Stapf-Bau beigetreten.

 

Abschließend dankte Herr Gerhard Uwe Kleinert, der die Website des Vereins eingerichtet und 10 Jahre lang betreut hat. Diese Aufgabe übernimmt künftig Sabine Kinzinger.

 

Die 2. Vorsitzende Silvia Redeker berichtete vom gut eingeführten Lesepaten-Projekt an der Lindenschule und Gesche Hagmann sprach über die Vorlesestunden. Es gibt derzeit 14 VorleserInnen, diese engagieren sich auch beim Ferienprogramm, beim Märchenzelt und beim lebendigen Adventsfenster. Im April findet ein Seminar zum Thema  „Vorlesen für Flüchtlingskinder“ statt, zu dem sich bereits einige VorleserInnen angemeldet haben. Jutta Schoppengerd berichtete über das Märchenzelt, das inzwischen eine Institution auf dem Nußlocher Benzenickelmarkt ist. Beim letzten Ferienprogramm war besonders die Vorlesestunde mit Basteln bei Frau Hagmann stark nachgefragt.

 

Herr Dosch erkundigte sich, ob es ein spezielles Programm für Flüchtlingskinder gibt. Hierzu wurde berichtet, dass einiges in Planung sei. Frau Baust hat Kontakt mit dem Sozialarbeiter der Gemeinde und ist dabei, neue Literatur und geeignete Kinderbücher zum Thema „Integration“ anzuschaffen. Der bereits erwähnte Kurs „Vorlesen für Flüchtlinge “ passe ebenfalls dazu.

 

Herr Gerhard trug den von Schatzmeister Arne Schmidthals übermittelten Kassenbericht für 2017 vor und Joachim Hamers berichtete über die gemeinsam mit Sabine Kinzinger vorgenommene Kassenprüfung. Die Kassenprüfung hat keinerlei Beanstandungen ergeben und der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

 

Ergänzend wurde mitgeteilt, dass Gaby Hamers ihr Amt als Schriftführerin zukünftig an Sabine Kinzinger abgeben wird. Frau Hamers schreibt unter anderem seit 10 Jahren Berichte über die Veranstaltungen für die Rathaus-Rundschau. Herzlichen Dank für die Bereitschaft, das auch weiterhin für den Verein zu tun. Neue Kassenprüferin wird Christiane Köken.

 

Die sehr harmonisch verlaufene Mitgliederversammlung schloss um 20.30 Uhr.

 

 Gaby Hamers / Jutta Baust